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Ehrgeizig formuliert: Die Universität St.Gallen (HSG) will global Standards in der Lehre setzen. Und unser jährlicher „Tag der Lehre“ ist ein wichtiges Werkzeug auf dem Weg zum Ziel. Hier fördern wir die interne Vernetzung zwischen Faculty, Studierenden sowie Vordenkerinnen und Vordenkern aus Hochschuldidaktik und Technik. Dieses Jahr stand der Tag der Lehre ganz im Zeichen des neu eingeführten Canvas LMS.

Es geht um digitale Kompetenz

Bereits zum fünften Mal fand der „Tag der Lehre“ statt. Mit den Jahren ist der Anlass stetig gewachsen und zieht mittlerweile viele externe Interessierte an, die von unseren Erfahrungen profitieren wollen. Das freut uns natürlich, denn wir suchen fachlichen Austausch und Inspiration. Dabei geht es uns nicht um Technik, sondern um digitale Kompetenz und einen Change-Prozess. Wie lässt sich Technologie nutzen, um die Lehre zu verbessern? So könnte man die Leitfrage des Teaching Innovation Lab stellen. Das unterstreicht auch Prof. Dr. Lukas Gschwend, Prorektor Studium und Lehre, zur Eröffnung, als er das TIL als „Innovations-Inkubator“ bezeichnet. Besonders das neue Studynet 3.0 auf Basis von Canvas LMS sieht Gschwend als großen Qualitätssprung in der Lehre. Die Nutzung von Technologie zur Verbesserung der Lehre bleibt den ganzen Tag Fokus-Thema – zunächst aus Sicht der Studierenden.

„Einfach, flexibel, individualisierbar“ – findet die Studentenschaft

Florian Wussmann, Vorstand Interessenvertretung der Studentenschaft an der Universität St.Gallen (SHSG), zeigt, wie sich die SHSG einbringt und eine Vision „Lehre“ inklusive dazugehöriger Strategie mitformuliert hat. Schwerpunkte sind für ihn das didaktische Konzept und die notwendige digitale Infrastruktur. Die starke Beteiligung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in St.Gallen. Wir wollten 100 Prozent Akzeptanz, und für die Studierenden unterstützt Canvas LMS „die Verbesserung der Austausch- und Dialogkultur der HSG und respektiert dabei den Grundsatz der Kultur einer traditionellen Campusuniversität und ihres (inter)aktiven Campuslebens. Durch Flexibilität, Einfachheit und Individualisierbarkeit fördert es die Verwirklichung des HSG-Ansatzes“, so Wussmann.

„Faculty ermächtigen“ – die Studierenden instruieren

Übrigens: Aktuell bringt sich die SHSG auch mit einem eigenen Tutoren-Programm bei der Etablierung von Canvas LMS im Lehrbetrieb ein: 15 Studierende stehen Ordinarien und ihren Assistierenden bei der initialen Erstellung neuer Kursinhalte zur Seite. Das hat den Vorteil, dass in One-to-One-Sitzungen die Erwartung der Lernenden sofort berücksichtigt werden. Austausch und Dialog finden damit unmittelbar statt, damit die neue Technologie auch maximale Wirkung entfaltet. Als Teil des Change-Management-Prozesses ermächtigen Lernende im Dialog die Lehrenden. Doch zurück zum „Tag der Lehre“ – dort ging es mit Tipps, Tricks und Praxisbeispielen weiter.

„Lehren und Lernen im digitalen Kontext“

In ihrer Keynote geht Prof. Ilka Nagel, Assistenzprofessorin für ICT und Pädagogik, Østfold University College in Norwegen, ausführlich auf das Thema „Lehren und Lernen im digitalen Kontext“ ein. Nagel lenkt den Blick eingehend auf die Zielgruppen. Für Studierende sind Vernetzung, Informationszugriff in Echtzeit oder das Smartphone in der Hand Normalität. Und so verschmilzt der Hörsaal mit der Umwelt. Man kommt nicht in den Hörsaal, weil es Informationen und Wissen nur hier gibt. Sondern um einen guten Lehr-Lern-Prozess zu erleben und gemeinsam zu lernen – mit den Dozierenden und den Peers. Hier sieht Nagel digitale Tools wie Canvas LMS oder Office 365 als Voraussetzung, um den Lehr-Lern-Prozess erfolgreich unterstützen zu können. Studierende erwarten von der Universität heutzutage nicht einfach nur Wissen, sondern sie wollen aktiv an einem gut gestalteten Lernprozess teilnehmen. Lehrpersonen begleiten die Lern-Gruppen und greifen lenkend ein, wenn eine Kurskorrektur für das Erreichen des Lernziels erforderlich ist. Das ist personalisiertes Lernen und das „LMS spielt eine Schlüsselrolle beim personalisierten Lernen“. Das Video der Keynote mit Ilka Nagel ist absolut sehenswert, liefert es doch zudem viele Tipps und Tricks für den Praktiker zu Themen wie Flipped Classroom, Video-Feedback, Peer-Reviewing, Kollaboration etc: https://til.unisg.ch/events/tag-der-lehre-2019/.

Best of Canvas @ St.Gallen

Obwohl die Lernplattform Canvas noch nicht lange implementiert ist, haben bereits drei Dozierende ihre Kurse am Tag der Lehre als Best Practice Beispiel präsentiert. Alle drei Beispiele haben in Canvas ein Flipped Classroom Konzept mit unterschiedlichen Akzenten realisiert. Da war etwa die Teaching Innovation im Pflichtkurse Controlling von Prof. Dr. Andreas Grüner, Titularprofessor für Betriebswirtschaftslehre. Im Kurs wurden Lernpfade neu definiert und Blended Learning umfassend genutzt, um den Pflichtkurs zum Lern-Erlebnis zu machen. Auf Games setzt das zweite Beispiel von Jochen Wulf, der das komplexe Thema ITSM mit der ApolloMondlandungs-Mission in Bezug bringt. Neugierig? Hier geht es zum Vortrag: https://til.unisg.ch/wp-content/uploads/2019/05/07_Flipped-Classroom.pdf. Das dritte Beispiel kam von Maximilian Groh, der sich mit „Entrepreneurship –Aktivierung von Lernprozessen und digitale Unterstützung“ auseinandergesetzt und einen tollen Kurs vorgestellt hat.

Digitalisierung ist kein Projekt, sondern Change-Management

Zum Abschluss zeigt Prof. Dr. Sabine Seufert, Professorin für Wirtschaftspädagogik und Direktorin des Instituts für Wirtschaftspädagogik - Digitale Bildung & Betriebliche Bildung: Mit den neuen Lehr-/Lern-Konzepten verändern sich auch die Anforderungen an die Dozierenden. Digitalisierung ist nämlich nicht die Einführung einer Technologie, sondern vielmehr ein Change-Management-Prozess. Es geht darum, Technologie für Bildungseinrichtungen fruchtbar zu machen. Der „Tag der Lehre“ soll dazu beitragen.

Noch Fragen? Ergänzungen? – Treten Sie mit uns in Kontakt, denn wir suchen den Dialog. Sie können mich auch gerne direkt kontaktieren, meine Kontaktdaten finden Sie auf LinkedIn.

 

Never stop learning! 

Ihre Jacqueline Gasser-Beck
Leiterin des „Teaching Innovation Lab“ an der Universität St.Gallen