Der Druck auf Universitäten, Hochschulen und Bildungseinrichtungen im internationalen Wettbewerb steigt. Gleichzeitig wächst die internationale Nachfrage nach qualifizierter Hochschulbildung stark: Ausländische Studierende möchten von der Ausbildungsqualität renommierter Hochschulen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz profitieren, ohne gleich ein ganzes Studium ins Ausland zu absolvieren.

Bildung internationalisieren und exportieren

Neu ist die Idee Bildung zu exportieren nicht. Allerdings sind angelsächsische Universitäten deutlich stärker aufgestellt. Eine britische Untersuchung verzeichnet für 2015 die USA (907.251 Studierende) und Großbritannien (430.833 Studierende) als die wichtigsten Ziele für internationale Studierende. Deutschland liegt mit 228.756 ausländischen Studierenden hinter Australien und Frankreich auf dem fünften Platz.

Quelle: Universities UK International

(Quelle: Universities UK International)

Deutlich höher sind in Großbritannien die Zahlen bei transnationalen Bildungsangeboten, also solchen, bei denen Hochschuleinrichtungen Studierenden aus dem Ausland Zugang zu Studium und Kursen geben. So geben britische Universitäten an, dass im Studienjahr 2016/ 2017 über 707.915 Studierende im Ausland an britischen Universitäten studiert haben. Für Deutschland gibt eine Studie des DAAD an: „Deutsche Hochschulen sind mit TNB-Angeboten weltweit auf vier Kontinenten, in 35 Ländern und an über 60 Standorten vertreten, an denen sie insgesamt 276 grundständige und post-graduale Studiengänge anbieten. Insgesamt entwickelt sich der TNB-Bereich seit Jahren sehr dynamisch.“ Doch trotz eines durchschnittlichen Wachstums der Immatrikulationen von rund acht Prozent in den in den Jahren 2016 und 2017 lag 2018 die Zahl der Studierenden von TNB-Angeboten deutscher Träger bei nur rund 32.000 Einschreibungen (Wissenschaft Weltoffen, 2018, S. 16) – also weniger als ein Zwanzigstel der britischen Zahlen.

DAAD fördert: Studienangebote von Hochschulen im Ausland

Transnationale Bildung kann Hochschulen erhebliche Einnahmen in Form von Studiengebühren einbringen. Vor allem aber stärkt Transnationale Bildung die Internationalisierung und internationale Sichtbarkeit der Hochschulen und trägt zur Kompetenzentwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern bei. In Deutschland unterstützt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) Hochschulen aktiv mit speziell zugeschnittenen Förderprogrammen, Information und Beratung. Zur Transnationalen Bildung stehen gleich ein eigenes Praxishandbuch samt vielfältiger Studien bereit: https://www.daad.de/der-daad/analysen-und-studien/de/43093-transnationale-bildung-tnb-praxishandbuch-und-weitere-studien/. Hier erfährt man auch mehr über die konkrete organisatorische Ausgestaltung, die von einzelnen Studiengängen über Fach- und Exzellenzzentren bis hin zu binationalen Hochschulgründungen reichen kann.

Humanitärer Nutzen und pädagogische Gewinne

Über finanzielle und humanitäre Aspekte hinaus gewinnen Hochschuleinrichtungen mit TNB natürlich viele wertvoller Erfahrungen und Kompetenzen. Die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen bietet Einblick in andere Lehrmethoden und -ansätze. Dies regt zu neuem Denken an und fördert innovatives Lehren und Lernen. Aber auch die Forschung kann so manche Anregung durch stärkere Internationalisierung erfahren.

Je kompetitiver die Welt der Bildung, desto stärker sind Bildungseinrichtungen gefordert, sich zu verändern und neu aufzustellen: Chancen der Globalisierung ergreifen, Digitalisierung gestalten und Studierenden neue Lernmöglichkeiten geben. Und im Falle der Transnationalen Bildung gilt es, das Studium aus dem Ausland so effizient zu machen, dass sich auch größere Gruppe internationaler Studierender angesprochen fühlen.

Losgröße Eins in der internationalen Bildung

Lehrende brauchen dazu eine technologische Basis, mit der sie ihre Kurse skalieren und von Ort und Zeit lösen können. Letztlich geht es um personalisiertes Lernen und dazu sind neue Lehr- und Lernformen nötig. Man könnte auch provokant von Losgröße Eins in der Bildung sprechen, was ich einmal für die Computerwoche ausführlicher dargestellt habe. Technologie ist kein Luxus, sondern die Grundlage für optimale Ergebnisse der Ausbildung. Technologien wie die cloudbasierte Lernplattform Canvas von Instructure helfen Bildungseinrichtungen dabei, viele Menschen auch außerhalb des eigenen Landes zu erreichen.

Technologie schafft Standbein in der Zukunft

Damit steht Hochschulen im deutschsprachigen Raum ein einfaches Mittel zur Verfügung, international aufzuschließen. Gleichzeitig kommen die Erfahrungen und pädagogischen Innovationen allen Studierenden gleichermaßen zugute – mit einem flexiblen und direkt auf Lehrenden und Lernenden ausgerichteten Lernansatz modernisieren sich die Bildungseinrichtungen und stärken ihre Internationalisierung und internationale Sichtbarkeit. So schaffen sie sich ein solides Standbein in der Zukunft, unabhängig davon, ob ihre Studierenden in Bejing, Prag oder Istanbul leben.

Denken Sie auch über Transnationale Bildungsangebote nach? Haben Sie schon Erfahrungen gemacht, die Sie Kollegen hier zur Verfügung stellen wollen? Wir freuen uns über den Austausch mit Ihnen. 

 

Es lebe das Lernen! 

Canvas