„Rein in die digitale Moderne der Bildung“ – so könnte man die Stimmung auf der diesjährigen #CanvasCon Europe bezeichnen. Denn auf der jährlich stattfindenden #CanvasCon Europe herrschten Neugier, Aufbruchstimmung und eine offene Haltung. Das war toll zu erleben, vor allem wenn man die aktuellen Debatten in Deutschland verfolgt.

„Wege aus der digitalen Steinzeit“

Weniger Polemik und mehr Mut zur Digitalisierung forderte erst jüngst Prof. Dr. Jürgen Handke in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeinen Zeitung: „Hören wir also auf mit gegenseitigen Schuldzuweisungen und ändern wir unsere bräsige Bewahrungskultur in eine offene Haltung, in der auch die Argumente für das Weiterbestehen klassischer Lehrformate bei guten Gründen ihren Platz haben. Denn das Ziel aller in Deutschland mit Bildung befasster Protagonisten ist das Gleiche: Unseren Schülern und Studenten optimale und zeitgemäße Lernbedingungen zu bieten (…). “ Und genau darum ging es auch den Teilnehmern der #CanvasCon Europe. Es ging um didaktische Trends, technologische Neuerungen und erprobte Methoden aus der Lehrpraxis, um Lernende bestmöglich zu unterstützen. Kurzum, auf der #CanvasCon Europe ging es um Wege aus der digitalen Steinzeit, rein in die digitale Moderne der Bildung.

CanvasCon DACH

Lehren und Lernen first

Das heißt aber nicht, klassische Lehre und bewährte Methoden plump gegen digitale Lehr- und Lerntechniken auszutauschen. Da waren sich die Teilnehmer in den vielen Gesprächen, die ich geführt habe, einig. Es ging immer zuerst um didaktische Fragen und erst dann um technische Antworten auf diese Fragen. Damit stand die Praxis im Fokus, um für die eigene Lehrtätigkeit zu lernen. Teaching and learning first war der rote Faden in den Vorträgen von Bildungseinrichtungen aus ganz Europa – etwa Belfast Metropolitan College, Fontys ICT, Glasgow School of Arts, Lund University, Middlesbrough College, Reykjavik University, Saïd Business School in Oxford oder Vlerick Business School, um nur einige zu nennen. Wer Interesse hat, findet ausgewählte Präsentationen der Veranstaltung hier: https://canvascon.eu/

CCE1

CCE2

CCE3

„Wie wir in Zukunft arbeiten, leben und lernen…“

Vermittler von Bildung stehen in der Tat vor gewaltigen Herausforderungen. Dem widmete sich unterhaltsam David Price, Autor der Buches OPEN. Bei seinen Überlegungen, wie wir in Zukunft arbeiten, leben und lernen würden, hat er dem Publikum drei Regeln mitgegeben:

- Stellen Sie sicher, dass Lernende Fähigkeiten erwerben, die sich nur schwer automatisieren lassen.

- Jeder Lehrende, der durch YouTube ersetzt werden kann, sollte auch tatsächlich ersetzt werden.

- Jeder Bildungsexperte sollte Futurist sein.

CCE David Price

(Pic: David Price präsentiert seine Sicht der Zukunft)

Technik Second, but not least

Nun wäre eine #CanvasCon Europe ohne Technik und die Canvas Learning Management Platform natürlich nicht denkbar. Klar ging es auch um Technologie und technologische Innovationen – wenn auch immer nur im Dienste des besseren Lernens. Über die vielen Neuerungen, die präsentiert wurden, werde ich in einem separaten Post berichten -- und auch über die Release Notes. Ich werde dann näher auf New Analytics, Quizzes, Portfolium und die Neuerungen für mobiles Lernen eingehen.

Hier zur Technik nur zwei persönliche Beobachtungen: LTI und Canvas Studio. Teilnehmer waren bei ihren Tests mit Canvas immer wieder beeindruckt, dass sich Lerninhalte oder auch Dritt-Apps mühelos in Canvas integrieren lassen. Nutzer anderer Lösungen sind da offensichtlich Schwierigkeiten gewohnt. Dank LTI – einem Austausch-Standard des IMS Global Learning Consortiums – ist das bereits seit 2011 in Canvas kein Problem. LTI stellt die Interoperabilität sicher, so wie ein einheitlicher Standard in den internationalen Telefonnetzen sicherstellt, dass man von Barcelona aus auch auf einem Telefon in Tokio oder Los Angeles anrufen kann. Ob die Anbieter AT&T, Telefónica, Vodafone, Telekom oder NTT heißen, spielt für das Telefonat dabei keine Rolle.

Und mit Blick auf Prof. Handkes Forderung nach integrativen digitalen Lehrmodellen ist mir die stark wachsende Nachfrage nach Video-Teaching verbunden mit dem Wunsch nach Interaktivität aufgefallen. Canvas Studio bietet genau das. Lernende und Lehrende können Lernvideos in Echtzeit kommentieren und interaktiv miteinander und den Lernmaterialien interagieren. Die Option, Quizfragen in die Videos zu integrieren, reichert dieses Setting zusätzlich an. Das stellen wir auch Ihnen gerne im persönlichen Gespräch vor. Übrigens, wer die Canvas Plattform selbst ausprobieren möchte: Einen kostenfreien Test-Account gibt es hier: https://www.instructure.com/canvas/de/login/free-for-teacher.

CCE signs

CCE 5

CCE interview

Teilnehmer der #CanvasCon Europe sorgen für Gelingen

Lehrende, Pädagogen, Kursdesigner, EdTech-Gurus, Führungskräfte und Macher aus Schulen, Hochschulen, Weiterbildung und Berufsbildung haben die #CanvasCon Europe genutzt, um erfolgreiche Bildungsstrategien, EdTech-Innovationen und vor allem Praxisfälle des digitalen Lernens kennen zu lernen und auszutauschen. Rein in die digitale Moderne der Bildung, das war das inoffizielle Motto. Networking am abendlichen Pool, das gab es aber auch. Schließlich ist Barcelona nicht irgendein Ort.

CCE pool

CCE pool 2

Zum Abschluss die Eindrücke einer Bildungsexpertin. Joana Kompa, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Oldenburg und Mitgründerin der Medienfaktur am dortigen Institut für Pädagogik, erlebte die #CanvasCon Europe 2019 so: „Mein Schlüsselerlebnis auf der #CanvasCon Europe 2019 war, dass wir nicht in erster Linie über Technologie sprechen, sondern über eine globale Gemeinschaft, die digitale Sozialräume entwickelt, die Lernen ermöglichen und neu erfinden. Dies ist eine große Veränderung gegenüber früheren LMS-Entwicklungsteams, in denen Open-Source-Programmierer Lernplattformen entwickelten, aber wenig von den täglichen Erfahrungen aus der Praxis informiert wurden. Mit über 600 Teilnehmern und vielen Veranstaltungen zur Auswahl konnte ich ausgezeichnete Kontakte knüpfen und neue Ideen formulieren, wie wir die Digitalisierung in der Hochschulbildung weiterentwickeln können. Die vorgestellten Anwendungen waren topaktuell und unterstützen essentielle Konzepte wie Lehrerausbildung (Practice, Canvas Studio), E-Portfolios (Portfolium) und verbesserte Lernanalysen, um unsere Studierenden zu unterstützen.“.

Es waren die Teilnehmer mit ihrem Engagement, ihrer offenen Haltung und ihrer Neugier, die aus der #CanvasCon Europe eine Top-Konferenz gemacht haben – vielen herzlichen Dank! Bleiben Sie uns verbunden und folgen Sie uns auf https://twitter.com/CanvasLMSDACH oder unserem Blog. Wer mag, wirft einen Blick zurück auf die Themen und Präsentationen: https://canvascon.eu/Wir freuen uns auf den weiteren Austausch mit Ihnen. Sehr gerne können Sie mich direkt kontaktieren, meine Kontaktdaten finden Sie auf LinkedIn oder twittern Sie mir: https://twitter.com/edtech_jens.

CCE pool 3

CCE pool 4

Es lebe das Lernen!

Ihr Jens Neumann

Canvas Solutions Engineer